Mikrointerventionen zur Steigerung der Psychologischen Sicherheit am Arbeitsplatz

 

Psychologische Sicherheit

Psy­cho­lo­gi­sche Sicher­heit ist eine grund­le­gen­de Vor­aus­set­zung für Ler­nen und Inno­va­ti­on im Team. Psy­cho­lo­gi­sche Sicher­heit besteht dann, wenn die Team­mit­glie­der das Team als ein siche­res Umfeld betrach­ten «Risi­ken ein­zu­ge­hen» – z.B. Feh­ler ein­zu­ge­ste­hen, ihre Mei­nung zu sagen oder unge­wöhn­li­che Vor­schlä­ge zu machen.

Das Trainingsprogramm

Damit Teams ihre psy­cho­lo­gi­sche Sicher­heit gezielt wei­ter­ent­wi­ckeln kön­nen, haben wir ein Trai­nings­pro­gramm ent­wi­ckelt, das wir hier zur Ver­fü­gung stellen.

Das Projektteam

Das Trai­nings­pro­gramm wur­de 2020–2021 in der Pra­xis getes­tet. Mit dabei waren, For­schen­de der ZHAW und der BFH und eine reprä­sen­ta­ti­ve Aus­wahl von Anwen­dungs­part­nern (SBB, Swiss­com, Gala­xus Digi­tec und vier wei­te­ren) und Umset­zungs­part­nern (HR Move, Haas Pro­jekt Consulting).

Psychologische Sicherheit

Was ist Psychologische Sicherheit?

Das Tei­len von Ideen und neu­en Erkennt­nis­sen, das Auf­spü­ren und Auf­de­cken von Feh­lern, das Stel­len unan­ge­neh­mer Fra­gen und das Ein­brin­gen ver­stö­ren­der Tat­sa­chen – das alles sind Ver­hal­tens­wei­sen, die nütz­lich sind, um etwas Neu­es zu ler­nen und um Inno­va­tio­nen her­vor­zu­brin­gen. Aller­dings sind sol­che Ver­hal­tens­wei­sen auch sozi­al ris­kant. Ande­re Team­mit­glie­der kön­nen sich ange­grif­fen füh­len, oder dem­je­ni­gen, der die­se Stö­run­gen ein­bringt, Inkom­pe­tenz vor­wer­fen. Teams, in denen es mög­lich ist, die­ses sozia­le Risi­ko ein­zu­ge­hen, haben einen hohen Grad von psy­cho­lo­gi­scher Sicherheit.

Warum ist psychologische Sicherheit wichtig?

Je mehr sich die Auf­ga­ben und die Rand­be­din­gun­gen eines Teams ver­än­dern, umso wich­ti­ger ist die Fähig­keit zur Wei­ter­ent­wick­lung und damit auch der psy­cho­lo­gi­schen Sicher­heit. Unter­stüt­zung für die Rele­vanz der psy­cho­lo­gi­schen Sicher­heit lie­fert u. a. eine inter­ne Stu­die über Team-Per­for­mance bei Goog­le mit über 180 Teams. Es wur­den Mess­da­ten erho­ben und Inter­views geführt, um vali­de Prä­dik­to­ren für den Teamer­folg zu fin­den (Rozovs­ky, 2015 , Duhigg, 2016). Psy­cho­lo­gi­sche Sicher­heit wur­de als der wich­tigs­te Prä­dik­tor identifiziert.

Die wichtigsten wissenschaftlichen Publikationen zu Psychologischer Sicherheit

Edmond­son (1999) defi­niert psy­cho­lo­gi­sche Sicher­heit als geteil­te Annah­me, dass die­ses Team ein siche­res Umfeld bie­tet, um inter­per­so­na­le Risi­ken ein­zu­ge­hen, und zeigt, dass es die wich­tigs­te Vor­aus­set­zung für Ler­nen und Inno­va­ti­on im Team ist. 

Sie ist nicht die ers­te For­sche­rin, die die­ses Kon­zept beschreibt. Bereits 1965 beschrei­ben Schein und Ben­nis die Wich­tig­keit eines Kli­mas, das Expe­ri­men­tie­ren ermu­tigt und die Angst Neu­es zu ler­nen redu­ziert. Hier­bei ging es aber vor allem um die indi­vi­du­el­le Wahr­neh­mung bei orga­ni­sa­tio­na­len Ver­än­de­run­gen. Edmond­son (1999) war also die ers­te, die psy­cho­lo­gi­sche Sicher­heit auf Team-Ebe­ne untersuchte.

Eine Zusam­men­fas­sung der bis­he­ri­gen For­schungs­er­geb­nis­se zur psy­cho­lo­gi­schen Sicher­heit geben Fra­zier et al. (2017) in einer Meta­ana­ly­se, wel­che die Wich­tig­keit der psy­cho­lo­gi­schen Sicher­heit sowohl für Indi­vi­du­en als auch gan­ze Grup­pen bestätigt.

Unser Beitrag

Sämt­li­che Stu­di­en befass­ten sich bis­her nur mit der Beschrei­bung, was psy­cho­lo­gi­sche Sicher­heit ist, wel­che Ver­hal­tens­wei­sen sie beinhal­tet und wel­che posi­ti­ven Aus­wir­kun­gen mit ihr ver­bun­den sind. Die ein­zi­ge Aus­nah­me bil­det die Fra­ge, wie psy­cho­lo­gi­sche Sicher­heit durch die Aus­wahl von Team­mit­glie­dern beein­fluss­bar ist.

Es gab also noch kein getes­te­tes und vali­dier­tes Tea­ment­wick­lungs-Instru­ment, mit dem man Psy­cho­lo­gi­sche Sicher­heit in Teams gezielt stei­gern kann. So ein Trai­nings­pro­gramm fin­det ihr nun auf die­ser Webseite.

Publikationen

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